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Minergie-A-Eco in Rosshäusern

Erstes Plus-Energie-Haus nach Minergie-A-Eco in Rosshäusern

Erstes Minergie-A-Haus der Schweiz wird zertifiziert

Das erste Plus-Energie-Gebäude der Schweiz, das nach Minergie-A zertifiziert wurde, steht auf dem Land: Im bernischen Rosshäusern in der Gemeinde Mühleberg haben Ingrid Kempf und Stef Kormann mit den AAB Architekten ein Haus gebaut, das mehr Energie produziert, als es verbraucht. Am Freitag, 3. Juni 2011, nahmen sie das Zertifikat für ihr Minergie-A-Eco - Haus entgegen.

Das Einfamilienhaus am Sagiweg 12 in Rosshäusern unweit von Bern ist anders als andere Häuser: Es ist ein Minergie-A-Eco-Haus, das erste nach dem neuen Standard zertifizierte Plus-Energie-Haus der Schweiz. Es produziert mehr Energie, als es verbraucht und wurde nach strengen ökologischen, ökonomischen und energetischen Gesichtspunkten realisiert. Sinnigerweise steht es in der Gemeinde Mühleberg, dessen Kernkraftwerk seit längerem im Mittelpunkt mancher Stromdiskussionen steht.

High Tech in ländlicher Idylle
Das erste Minergie-A-Haus der Schweiz ist ein modernes Gebäude mit Gartensitzplatz und Schwimmteich inmitten ländlicher Idylle. Es fällt auf durch seine kompakte, kubische Bauweise. Hinter der verschalten Holzständerkonstruktion mit Isolation aus Zellulosefasern wurde eine 6 cm dicke Lehmschicht aus Lehmbauplatten mit einem Strohanteil von 3 Prozent eingebaut, ergänzt durch einen Lehmverputz. Diese Lehmplatten sorgen unter anderem für ein angenehmes Wohnklima. Die Bauherrschaft hat viele Eigenleistungen erbracht: «Es war uns wichtig, selbst Hand anzulegen am Bau unseres Hauses. Dass wir es nun als erstes Minergie-A-Haus der Schweiz zertifizieren können, freut uns ganz besonders.»

Eine klare Definition für Plus-Energie-Häuser
Minergie-A verlangt eine gänzliche Deckung des Restbedarfs durch erneuerbare Energien. Der neue Standard, offiziell lanciert im März 2011, ist die konsequente Ergänzung der bewährten Minergie-Standards. Die Anforderungen von Minergie-A passen genau in das Bewertungsschema von Minergie und der SIA-Normen. Das erleichtert einerseits die Kombination verschiedener Standards nach dem Baukastenprinzip und andererseits die Berechnung, Optimierung und Zertifizierung der Bauten nach einem einheitlichen Verfahren.

Energieaufwand durch erneuerbare Energien abgedeckt
Ein Minergie-A-Haus hat in der Energiebilanz eine schwarze Null. Das bedeutet, dass der Aufwand für Raumwärme, Wassererwärmung und Lufterneuerung mittels Komfortlüftung sowie allenfalls Klimatisierung vollständig durch erneuerbare Energien abgedeckt wird – also durch Sonnenenergie und Biomasse, durch Erdwärme und Wärme aus der Aussenluft. Typisch für Minergie-A-Häuser werden Kombinationen von Anlagen zur Nutzung dieser Energien sein, zum Beispiel Wärmepumpen und Solarzellen oder Sonnenkollektoren und Holzheizungen. Wie aussen, so auch innen: In ein Minergie-A-Haus gehört eine energieeffiziente Ausrüstung mit Geräten und Leuchten. Entsprechend lauten die Anforderungen: beste Haushalt- und Bürogeräte und beste Leuchten (A, A+ oder A++).

Graue Energie minimieren
Auch für den Aufwand zur Herstellung des Gebäudes und zur Beschaffung der Systeme und Komponenten setzt Minergie-A Limiten. Die so genannte graue Energie ist in der Grösse vergleichbar mit dem Bedarf für Heizung und Wassererwärmung eines Niedrigenergiehauses und deshalb nicht zu vernachlässigen. Deshalb sollte bereits bei der Grundkonzeption eines Hauses auf den Erstellungsaufwand geachtet werden, also beispielsweise auf die Verwendung von Materialien mit geringen Energieinhalten.

Keine besonderen Anforderungen gelten für die Gebäudehülle. Die Wärmedämmung der Aussenwände und des Daches sowie die Qualität der Fenster müssen mindestens dem Basisstandard von Minergie entsprechen. Damit deckt Minergie-A das ganze Spektrum von möglichen Lösungen ab: Hochgedämmte Häuser mit kleinen Solaranlagen sind ebenso möglich wie Bauten mit moderater Wärmedämmung mit grösseren Kollektor- oder Fotovoltaik-Anlagen. Im Vordergrund steht die Optimierung des Hauses als Gesamtsystem.

Solarzellen für warmes Wasser
Auf dem Dach des Hauses am Sagiweg wurde für Warmwasser und Heizungsunterstützung eine Solaranlage installiert. Dank der Fotovoltaik-Anlage und der Komfortlüftung konnten die strengen Anforderungen von Minergie-A-Eco erreicht werden. Der Minergie-Eco-Standard legt besonderen Wert auf gesundheitliche und ökologische Aspekte wie optimierte Tageslichtverhältnisse, schadstofffreie und natürliche Materialien und geringe Umweltbelastung. (Auszugsweise Minergie)

Mehr Infos auf http://www.minergie.ch

Publikationen


TEC21 47/2011 Pioniergeist auf dem Land  
Artikel: Energiebilanz gleich null / KoenizerZeitung  

 

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